Wiederansiedlung von Störchen

Eine Wiederansiedlung von Störchen ist alles andere als einfach. In verschiedenen Bundesländern Deutschlands war der Storch in den 70er Jahren (nahezu) ausgestorben. Neben ausreichend Wiesen- und Ackerflächen sind insbesondere Wasserflächen notwendig. Um eine stabile Storchenpopulation erhalten zu können ist die Neuschaffung und Vernetzung von Feuchtgebieten eine elementare Grundlage. Auch eine Extensivierung von Grünland erhöht das Nahrungsangebot der Störche.
Unter einer Extensivierung wird hier eine nachhaltige Nutzung verstanden, welche z.B. der Feldlerche und dem Kiebitz Lebens- und Brutgebiete erhält. Der Kranich und auch der Weißstorch nutzen entsprechende Areale als Nahrungsfläche.
Storch (erstellt von User: Markus)
Erstellt von User: Markus

Die Flächen werden einmal pro Jahr gemäht (nach dem 1. Juli) und das Mähgut wird abgetragen, da ansonsten eine Eutrophierung stattfinden würde. Möglich ist auch eine Beweidung der Flächen mit Schafen. Pflanzenschutzmittel sind nicht erlaubt, ebensowenig Drainagen oder ein Umbrechen des Bodens.

Aufbau von Storchennestern

Günstig ist ein Aufbau von Storchenhorsten. Vor jeder Brutsaison sind diese zu reinigen, wobei jeweils die oberste Schicht abgetragen wird. Wichtig ist die Gewährleistung einer Wasserdurchlässigkeit, da Jungstörche bei länger anhaltendem Regen ansonsten schnell auskühlen und sterben können.

Die Storchennester sollten in etwa in 7-10 Meter Höhe aufgebaut werden und an der entsprechenden Stelle auch der höchste Punkt in der direkten Umgebung sein. Höhere Bauten im nahen Umfeld der Störche führt häufig zu einer Nicht-Besiedelung der Horste.
Das Storchennest kann z.B. durch Weidenzweige bereits vorpräpariert sein. Störche nehmen gerne vorgefertigte Nester in Anspruch. Auch eine Zufütterung ist zuweilen hilfreich.
Lesenwert dazu ist beispielsweise diese Studie.
Ein Storchenpaar mit drei Jungtieren muss täglich etwa 3 bis 4 Kilo Nahrung herbeischaffen. Eine Herkulesaufgabe, insbesondere dann, wenn die umgebende Landschaft nicht das Optimum für die Störche darstellt. Auf einer Fläche von 10 m² in der Nähe des Storchennestes können Innereien, Schlachtabfälle, Fischreste etc. verfüttert werden. Dringend notwendig ist täglich auch eine größere Menge frischen Wassers.
Das Zufüttern von Vögeln ist jedoch letztlich als Symptom-Behandlung anzusehen, nachhaltiger ist zweifelsfrei
eine Umgestaltung umgebender Flächen. Ein Brutpaar benötigt ein ca. 200 Hektar großes Nahrungsgebiet.

Dringend zu empfehlen ist es auch Abweiser auf Strommasten anzubringen bzw. Leitungen von Strommasten zu isolieren. Nicht nur der Storch profitiert davon, sondern auch Uhu, Steinkauz und co. Notwendig sind hierbei Isolatoren, Sitzstangen und Abdeckhauben. Hilfreich ist auch ein Anruf beim örtlichen Netzbetreiber.

3 Gedanken zu „Wiederansiedlung von Störchen

  1. Interessanter Beitrag. Wenn wir es schaffen die Natur so hinzubekommen, dass wieder mehr Störche siedeln, dann sind wir auf einem guten Weg

  2. Stimmt!!! finde den Text sehr interessant wäre cool wenn in der Zukunft noch mehr solche interessante Texte kommen würden!

  3. Zitat „Auch eine Zufütterung ist zuweilen hilfreich“
    Sehe ich auch so, habe allerdings auch in diesem Zusammenhang gelesen, dass der Amtschimmel, beispielsweise im Kreis Herford, sich heftig mokierte. In Bünde verstarb 2015 eine Störchin und der Storchenvater war mit der alleinigen Versorgung der bereits gut herangewachsenen Jungvögel überfordert. Storchenfreunde unterstützen den „Witwer“ erfolgreich. Der Kreis Herford war gegen diese Hilfe aus §§§-Gründen. Die Naturdfreunde ließen sich aber nicht einschüchtern und alle Jungstörche konnten ca. 1 Woche später ausfliegen.
    In einem anderen Fall 2016 (habe die Quelle verloren) wollte Naturfreunde 2 Jungstörche retten, die durch die große Nässe dem Tod nahe waren. Sie hatten die Vögel aus dem Nest geholt und wollten sie trocknen. Per §§§ mussten die Vögel zurück ins Nest. Sie überlebten nicht.
    Anders in Knittelsheim: Storchenfreunde trockneten die Nester und päppeln min. 1 Küken auf. Kein Herumreiten auf §§§ !

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