Archiv der Kategorie: Vogel-Gesundheit

Gebrochener Flügel – Schnelle Hilfe ist wichtig

Durch unterschiedliche Situationen (z.B. Sturz, Kollisionen mit Fensterscheiben oder Autos, Hochspannungsleitungen, Jagd etc.) kann es dazu kommen, dass einmal ein Flügel bei einem Vogel gebrochen ist. In der Regel bedeutet das den sicheren Tod. Wie kann man jedoch ggf. den armen Geschöpfen helfen?

Bei einem Knochenbruch ist es wichtig, dass sehr schnell geholfen wird (innerhalb von 48 Stunden), und es ist garnicht so schwierig. Selbstverständlich empfiehlt es sich, einen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Dieser wird den Vogel abtasten oder ggf. sogar ein Röntgenbild erstellen.
Ggf. wird dieser die sogenannte “chirurgische Methode” durchführen.
Die Bruchenden werden dann mit Drähten aneinander befestigt (diese werden dann nach etwa drei Wochen wieder entfernt). Um eine Gewebsbildung zu unterstützen können über das Trinkwasser verschiedene homöopathische Mittel verabreicht werden (z.B. Calcium phosphoricum D6, Syphytum D3).

Bei der konservativen Methode wird der beschädigte Knochen wieder in die korrekte Position geschoben und anschließend eine Bandage angelegt. Es empfiehlt sich auch den Flügel für eine Weile auf dem Rücken des Vogels zu fixieren.

Eine Zeichnung, wie das am Beispiel des Hahns geht, findet Ihr hier.

Ergebnisse der NABU-Vogelzählung

Verglichen mit den Vorjahren nisten dieses Jahr etwa 20% weniger Vögel in bundesdeutschen Gärten.
Insbesondere bei Meisen, Kleibern und Kernbeißern fällt der Schwund auf; bei Amseln, Heckenbraunelle und Rotkehlchen jedoch wurde eine gegenteilige Tendenz ermittelt.
Sehr erfreulich ist, dass der unter Amseln grassierende Usutu-Virus keine Auswirkungen auf den Bestand hatte.

Schlechte Brutsaison die Ursache?

Katastrophal ist jedoch die gezählte Anzahl der Grünfinken. Eine Ursache dafür wird vermutlich das durch einen Parasiten hervorgerufene
„Grünfinkensterben“ (Trichomoniasis) sein, welches vermehrt an sommerlichen Futterstellen auftritt.

Denkbar ist, so der NABU, dass eine schlechte Brutsaison maßgeblich für den Rückgang der Individuenarten ist.
Fressfeinde jedoch seien vermutlich nicht der Grund für die geringen Zahlen.

Insgesamt machten über 100.000 Menschen bei dieser Vogelzählung mit. Am häufigsten wurden Spatz, Amsel und Kohlmeise gezählt.

Siehe dazu auch den Bericht des Nabu

Siehe auch https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ergebnisse/21784.html

Eine subjektive Vermutung: Das massive Insektensterben führt zu Einbrüchen von Nahrungsketten, dadurch könnte der Vogelschwund “begünstigt” werden.

Dieser Artikel wurde von “Birdy” eingereicht und mit 30 Birdpoints honoriert.

Ganzjahresfütterung – Nur Symptombehandlung oder nachhaltige Möglichkeit zur Bestandserhaltung?

Ein Beitrag von unserem User: Birdy (Ein Userbeitrag wird mit 30 Birdpunkten ausgezeichnet)

Intensiv wird seit einigen Jahren die Thematik der Ganzjahresfütterung diskutiert.

Das natürliche Nahrungsangebot der Wildvögel (z.B. Insekten)) hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv reduziert. Eingriffe des Menschen allerorts (z.B. Intensive Landwirtschaft, Monokulturen, Einsatz von Pestiziden, das Anlegen gänzlich steriler Gärten und die Entfernung klassischer Wildkräuter aus denselben etc.)
haben dazu geführt, dass sich Vogelbestände stark reduziert haben. Die Aktivitäten des Menschen haben nun auch dazu geführt, dass auch abseits der Wintermonate nicht mehr genug Nahrung zur Verfügung steht.

Bild von Auraya
Bild von Auraya

Standpunkt: Eine Fütterung während der Brutperiode schadet den Jungtieren.

Hier nun sind zwei Szenarien vorzustellen.
1) Innerhalb eines Revieres findet sich nur durchschnittlich viel Nahrung und keine Ganzjahresfutterstelle. Die Brutvögel müssen somit eine weite Distanz zurückliegen, wodurch ihr eigener Grundverbrauch erhöht ist.
Dieses kann dazu führen, dass für die Jungvögel keine optimale Nahrungsmenge vorhanden ist, was sich durch ein vermindertes Wachstum oder den Tod von Individuen ausdrückt.

2) In Revier 2 findet sich durchschnittlich viel Nahrung und eine von Menschen regelmäßig befüllte Ganzjahresfutterstelle.
Nach wie vor muss für die Jungvögel natürliche Nahrung gesammelt werden, die Eigenernährung der Altvögel jedoch ist deutlich einfacher.
Diese sparen dadurch Zeit und Energie, welche in die Nahrungsversorgung der Jungtiere gesteckt wird.

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Wiederansiedlung von Störchen

Eine Wiederansiedlung von Störchen ist alles andere als einfach. In verschiedenen Bundesländern Deutschlands war der Storch in den 70er Jahren (nahezu) ausgestorben. Neben ausreichend Wiesen- und Ackerflächen sind insbesondere Wasserflächen notwendig. Um eine stabile Storchenpopulation erhalten zu können ist die Neuschaffung und Vernetzung von Feuchtgebieten eine elementare Grundlage. Auch eine Extensivierung von Grünland erhöht das Nahrungsangebot der Störche.
Unter einer Extensivierung wird hier eine nachhaltige Nutzung verstanden, welche z.B. der Feldlerche und dem Kiebitz Lebens- und Brutgebiete erhält. Der Kranich und auch der Weißstorch nutzen entsprechende Areale als Nahrungsfläche.
Storch (erstellt von User: Markus)
Erstellt von User: Markus

Die Flächen werden einmal pro Jahr gemäht (nach dem 1. Juli) und das Mähgut wird abgetragen, da ansonsten eine Eutrophierung stattfinden würde. Möglich ist auch eine Beweidung der Flächen mit Schafen. Pflanzenschutzmittel sind nicht erlaubt, ebensowenig Drainagen oder ein Umbrechen des Bodens.

Aufbau von Storchennestern

Günstig ist ein Aufbau von Storchenhorsten. Vor jeder Brutsaison sind diese zu reinigen, wobei jeweils die oberste Schicht abgetragen wird. Wichtig ist die Gewährleistung einer Wasserdurchlässigkeit, da Jungstörche bei länger anhaltendem Regen ansonsten schnell auskühlen und sterben können.

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Massive illegale Tötung von Zugvögeln im Mittelmeerraum

Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie von “Birdlife International”werden im Mittelmeergebiet jedes Jahr
rund 25 Millionen Zugvögel getötet. Syrien und Lybien gehören zu den Ländern mit den höchsten Zahlen, aber auch europäische Kernländer
(Italien: 5,7 Millionen getöteter Vögel; Griechenland: 0,7 Millionen; Frankreich: 0,5 Millionen) sind davon massiv betroffen. Diese immens hohen Zahlen zeigen, wie dringend europaweit auf die EU-Vogelschutzrichtlinie aufmerksam gemacht werden muss.
Von den 25 Millionen getöteten Vögeln hat der Buchfink die zweifelhafte Ehre auf “Platz 1” zu stehen (2,9 Millionen). Auch die Mönchsgrasmücke, Wachteln und die Singdrossel sind massiv von illegalen Tötungen betroffen.

Die Vögel werden entweder geschossen oder mit Netzen bzw. Leimruten gefangen. Gefangene Vögel werden verspeist bzw. es wird Handel mit ihnen betrieben. Viele Individuen dienen auch als Zielscheibe für Sport- oder Hobbyjäger.
Bekannt ist, dass in südeuropäischen Ländern für ein Dutzend Singdrosseln bzw. Mönchsgrasmücken bis zu 80 Euro von Gastronomen gezahlt wird.
Katastrophal ist das Szenario insbesondere dann, wenn man bedenkt, dass beispielswiese in Malta eine Volksabstimmung kürzlich die umstrittene Vogeljagd auf Wachteln und Tauben befürwortete. Zumindest ist Malta das letzte EU-Mitgliedsland, in welchem die Vogeljagd im Frühling noch erlaubt ist.