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Unterstützung für unseren Gnadenhof per Mausklick

Unterstützung für unseren Gnadenhof per Mausklick. Auch unser “Federvieh” wird davon profitieren 🙂

…haben wir viele Stimmen, so zahlt uns die ING-DiBa-Bank 1000 Euro.
Zur Abstimmung geht es hier: https://www.ing-diba.de/verein/app/club/societydetails/68d7c0ae-d2a1-4d3f-962c-d140943a7a69

Das ganze läuft im Rahmen der Aktion “Du und Dein Verein – Deutschlands größte Vereinsaktion”.
In unterschiedlichen Kategorien erhalten jeweils die ersten 200 Vereine 1000 Euro für Ihre Vereinsarbeit.

Vielen, vielen Dank, Euer Gnadenhof Brödel in Melle 🙂

Buchrezension “Unsere Vögel. Warum wir sie brauchen und wie wir sie schützen können”

Buchrezension “Unsere Vögel. Warum wir sie brauchen und wie wir sie schützen können”, Peter Berthold
2017, Ullstein-Verlag

Unsere Vögel. Warum wir sie brauchen und wie wir sie schützen können. Peter Berthold.
Unsere Vögel. Warum wir sie brauchen und wie wir sie schützen können. Peter Berthold.

Frustrierende Fakten

Das neues Buch von Peter Berthold ist außerordentlich empfehlenswert. Auf 309 Seiten werden zahlreiche Naturschutzthemen, welche auch über den Vogelschutz hinausgehen, beleuchtet.
Zunächst einmal wird im ersten Kapitel der Vogelschwund und das Artensterben in der Bundesrepublik beschrieben. Zahlreiche wissenschaftliche Quellenangaben belegen dabei die geschilderten Fakten. Alarmierend sind die geschilderten Zahlen. Seit 1800 habe sich der Vogelbestand in Deutschland um 80% reduziert. 2009 gab es in Europa etwa 420 Millionen Vögel weniger als 30 Jahre zuvor. Die neue “Rote Liste” wird als die “röteste, die wir je hatten” beschrieben. Berthold bezeichnet diese als:

…eine Schande für unser Land – für eine Kulturnation, die einst den Naturschutz mit begründet hat!

Zugleich beschreibt er, dass auch viele Wildblumen in unserer Kulturlandschaft rückläufig sind, und damit verbunden auch viele Insekten. Zitat:

Für viele insektenfressende Vogelarten reichen die verfügbaren insekten nicht mehr aus, um ihre Jungvögel erfolgreich aufziehen zu können.

Blühwiesen können helfen, das Artensterben zu verhindern.
Blühwiesen können helfen das Artensterben zu verhinden

Als Hauptursache des Artensterbens werden die Land-, Forst- und Wasserwirtschaft genannt. Aber auch Verkehr, Siedlungsbau, Windkraft und die Klimaerwärmung spielen eine wichtige Rolle. Ebenso wird die “Katzenthematik” ausführlich besprochen und als bedrohlich für die hiesige Artenvielfalt bezeichnet.

Noch ist es nicht zu spät

In Kapitel 2 beschreibt Berthold einen sehr interessanten Ansatz, um das Artensterben zu reduzieren oder gar aufzuhalten: “Jeder Gemeinde ihr Biotop”.
Das Ziel sei es in sämtlichen Kommunen große Biotope unterschiedlicher Art auf nicht genutzten Flächen anzulegen, um dadurch auch eine Biotopvernetzung zu erreichen.
Besonders interessant ist dann das Kapitel “Was jeder sofort tun kann”.
Hier werden viele sinnvolle Hinweise gegeben. Von der naturnahen Gartengestaltung über die Ganzjahresvogelfütterung zu Nisthilfen und Katzenabwehr.
Das Buch ist sehr lebendig geschrieben, emotional, ermuntert und motiviert. Gleichzeitig sind die bestehenden Fakten, welche aufgezeigt werden, desaströs. Das Buch zeigt auf, dass dieses jedoch nicht so bleiben muss. “Die Natur” ist noch nicht verloren. Es gibt viel zu tun, geredet wurde genug. Nur doch aktives Handeln können wir “das Ruder noch einmal herumreißen”. Das Buch ist ein “Muss” für jeden Naturliebhaber.

Gebrochener Flügel – Schnelle Hilfe ist wichtig

Durch unterschiedliche Situationen (z.B. Sturz, Kollisionen mit Fensterscheiben oder Autos, Hochspannungsleitungen, Jagd etc.) kann es dazu kommen, dass einmal ein Flügel bei einem Vogel gebrochen ist. In der Regel bedeutet das den sicheren Tod. Wie kann man jedoch ggf. den armen Geschöpfen helfen?

Bei einem Knochenbruch ist es wichtig, dass sehr schnell geholfen wird (innerhalb von 48 Stunden), und es ist garnicht so schwierig. Selbstverständlich empfiehlt es sich, einen Tierarzt zu Rate zu ziehen. Dieser wird den Vogel abtasten oder ggf. sogar ein Röntgenbild erstellen.
Ggf. wird dieser die sogenannte “chirurgische Methode” durchführen.
Die Bruchenden werden dann mit Drähten aneinander befestigt (diese werden dann nach etwa drei Wochen wieder entfernt). Um eine Gewebsbildung zu unterstützen können über das Trinkwasser verschiedene homöopathische Mittel verabreicht werden (z.B. Calcium phosphoricum D6, Syphytum D3).

Bei der konservativen Methode wird der beschädigte Knochen wieder in die korrekte Position geschoben und anschließend eine Bandage angelegt. Es empfiehlt sich auch den Flügel für eine Weile auf dem Rücken des Vogels zu fixieren.

Eine Zeichnung, wie das am Beispiel des Hahns geht, findet Ihr hier.

Vogeltränken – worauf ist zu achten?

Viele Vogelliebhaber füttern Vögel nicht nur im Winter oder ganzjährig, sondern stellen auch Vogeltränken auf.
Diese sind zuweilen überlebenswichtig, denn klassische Offengewässer sind (gerade in bebauten Gebieten) kaum vorhanden.
Insbesondere bei sehr heißem Wetter kann eine Tränke “Rettung in letzter Not” bedeuten.
Ulrich Thüre, Pressesprecher des NABU Niedersachsen hierzu:

„Die wenigen verbliebenen natürlichen Wasserstellen sind bereits ausgetrocknet. Pfützen gibt es gar nicht mehr, sogar in manchen Gräben steht nur wenig Wasser.“

Vogeltränken werde nicht nur zum Trinken sondern auch zum Baden genutzt, damit ermöglichen sie den Vögeln eine wichtige Hygienefunktion.

Hygiene besonders wichtig

Vogeltränken – worauf ist zu achten? Entscheidend ist dabei, dass das Wasser häufig gewechselt wird, da ansonsten tödliche Trichonomaden oder Salmonellen entstehen können.
Das (leider) bekannte Grünfinkensterben ist auf Erreger im Trinkwasser zurückzuführen. Hier waren es kleine Geißeltierchen, welche die Tiere schwächten und schließlich töteten.
Im Sommer ist ein täglicher Wasseraustausch eminent wichtig, vor allen Dingen muss die Reinigung der Tränke ohne chemische Mittel stattfinden.
Zu empfehlen ist hier der Einsatz einer Bürste in Kombination mit heißem Wasser. Im Winter ist entstehendes Eis durch kochendes Wasser zu schmelzen.
Auch dürfen die Tränken nicht zu tief sein.
Im Internet finden sich einige gute Beispiele für geeignete Vogeltränken. Es ist darauf zu achten, dass sie leicht zu säubern sind und Vögel sich bequem in diesen waschen können.
Zu empfehlen ist generell, dass Vogeltränken am Rande sehr flach sind (oder eine gute Anflugschneise/Landemöglichkeit bieten).
Um verschiedene Arten anzulocken, so können Tränken bis zu 10 cm tief sein. Wichtig ist aber dann, dass z.B. kleine Steine eingelegt werden, damit kleinere Vögel nicht ertrinken. Auch sollte der Boden möglichst rauh sein, damit diese dort Halt finden.

Vogeltränken - worauf ist zu achten
Vogeltränken sind vielfach überlebenswichtig

Die Vögel merken sich ihre Wasserstandorte

Für den Fall, dass Du selber eine Vogeltgränke aufbauen möchtest, so achte bitte auch auf die Hinweise des LBV.

Vogeltränken werden genau wie ausgestreutes Futter viele unterschiedliche Arten anziehen. Du kannst zum Beispiel an der Tränke eine Wildkamera aufstellen. Viele gute Schnappschüsse werden Dir sicher sein. Und zu beachten ist auch: Bei der Vogelfütterung und auch bei der Versorgung mit Trinkwasser spricht man von einem “Merkeffekt”.
“Es spricht sich rum”, das heißt: Bei einer regelmäßigen Versorgung mit Trinkwasser sammeln sich dort im Laufe der Zeit immer mehr Besucher.

Ein Artikel von Birdy

Ergebnisse der NABU-Vogelzählung

Verglichen mit den Vorjahren nisten dieses Jahr etwa 20% weniger Vögel in bundesdeutschen Gärten.
Insbesondere bei Meisen, Kleibern und Kernbeißern fällt der Schwund auf; bei Amseln, Heckenbraunelle und Rotkehlchen jedoch wurde eine gegenteilige Tendenz ermittelt.
Sehr erfreulich ist, dass der unter Amseln grassierende Usutu-Virus keine Auswirkungen auf den Bestand hatte.

Schlechte Brutsaison die Ursache?

Katastrophal ist jedoch die gezählte Anzahl der Grünfinken. Eine Ursache dafür wird vermutlich das durch einen Parasiten hervorgerufene
„Grünfinkensterben“ (Trichomoniasis) sein, welches vermehrt an sommerlichen Futterstellen auftritt.

Denkbar ist, so der NABU, dass eine schlechte Brutsaison maßgeblich für den Rückgang der Individuenarten ist.
Fressfeinde jedoch seien vermutlich nicht der Grund für die geringen Zahlen.

Insgesamt machten über 100.000 Menschen bei dieser Vogelzählung mit. Am häufigsten wurden Spatz, Amsel und Kohlmeise gezählt.

Siehe dazu auch den Bericht des Nabu

Siehe auch https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel/ergebnisse/21784.html

Eine subjektive Vermutung: Das massive Insektensterben führt zu Einbrüchen von Nahrungsketten, dadurch könnte der Vogelschwund “begünstigt” werden.

Dieser Artikel wurde von “Birdy” eingereicht und mit 30 Birdpoints honoriert.

Tolles Projekt: Die Stimmen der Vögel Europas auf einer DVD

Empfehlenswerte DVD für Ornithologen und Vogelfreunde

Die Welt der Vogelstimmen ist einmalig und faszinierend. Innerhalb einer DVD werden in einzigartiger Weise aus Text und Bild bestehende Artporträts von 500 in Europa vorkommender Vögel mit 1.713 dokumentierten Vogelstimmen-Aufnahmen und 1.962 Einzelsonagrammen vereint. Die DVD ist sowohl auf jedem stationären Rechner als auch auf mobilen Notebooks benutzbar. Alle Vogelstimmen sind vom Text und von den Sonagrammen aus direkt anwählbar. Der Benutzer erhält darüber hinaus auch einen Verweis, zu welcher Vogelfamilie, die in einer Übersicht dargestellt wird, das angewählte Porträt zählt.

Die Einführung in die Vogelstimmenkunde ist mit einem Lernprogramm verbunden und auch die komfortablen Suchmöglichkeiten machen die Orientierung zum Kinderspiel! Damit dürfte dieses Werk allen bisherigen Feldführern, Handbüchern und Vogelstimmen-Sammlungen überlegen sein.
Die Autoren und der Verlag versprechen sich von dieser vollständig neu konzipierten DVD nicht nur einen Quantensprung in der Vogelstimmenkunde und der Feldornithologie, sondern empfehlen sie auch sämtlichen Vogelfreunden, die sich mit der Zuordnung von Rufen und Gesängen bisher schwer getan haben, als erfolgreiche Einstiegshilfe.

Bergmann/ Engländer/ Baumann/ Helb
Die Stimmen der Vögel Europas auf DVD
2017, Version 2.1, 500 Artporträts,
1.713 Rufe und Gesänge, 1.962 Einzelsonagramme, 13,5 x 19 cm
ISBN 978-3-89104-808-5
Best.-Nr.: 315-01186
€ 39,95

Drastische Reduzierung der Singvogelpopulation?

Vielen ist es vielleicht schon aufgefallen. Der Vogel-Bestand an Futterplätzen hat sich scheinbar drastisch reduziert.
Doch was können die Gründe sein?

Drastische Reduzierung der Singvogelpopulation?

Der WWF schreibt klar und deutlich: Wald- und Wiesenvögel gehören zu den Verlierern des Jahres 2016. Schuld daran sei die Intensivierung der Landwirtschaft.
Der Bestand an Braunkehlchen ist besonders drastisch zurückgegangen. Dieses gilt leider auch für ansonsten recht “häufig” vorkommende Arten wie z.B. Star, Feldsperling und Feldlerche. Die “Stiftung Ornithologie und Naturschutz” weist in einer kürzlich veröffentlichten Studie nach, dass sich der Bestand der Feldlerche auf einer Untersuchsfläche von 1990 bis 2016 um knapp 80% reduziert hat.

Auf Spiegel-Online wird erwähnt, dass eventuell noch genügend Futter in den Wäldern zu finden sei, weshalb die Vögel (noch) nicht zu ihren bekannten Futterplätzen fliegen.
Gleichzeitig wird hervorgehoben, dass die allgemeine Wetterlage in Deutschland 2016 zu einem Mangel an Insekten geführt haben könne. Die Folge: Zahlreiche Jungvögel seien einfach verhungert.

Im Meller Kreisblatt ist zu lesen, dass der Vogelschwund auch in einem exemplarisch genannten Waldgebiet festgestellt wurde.

Ursache unklar

Die genaue Ursache ist unklar, eine empirische, groß angelegte Studie dafür wäre notwendig. Zu vermuten ist unserer Meinung nach:
Der Einbruch von Nahrungsketten hat auch zu einer Dezimierung des Vogelbestandes geführt. Ein massiver Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft führt dazu, dass sich der Insektenbestand reduziert. Weniger Insekten = Weniger “Direktnahrung”. Und auch: Weniger Bestäubung durch Insekten = Weniger “Folgenahrung” für die übrige Tierwelt.
Werden wir “sehenden Auges” Zeuge einer Katastrophe? Erleben wir gerade ganz aktuell ein massives Artensterben?
Schwer zu sagen….In jedem Falle: Schutzprojekte können nicht schaden, oder anders: Schutzprojekte müssen her!!!
Blühwiesenprojekte wie z.B. blumiges-melle.de werden wichtiger denn je zuvor. Hier vermehren sich Insekten ungestört und finden Nahrung. Auch stellen solche Areale für viele Vogelarten Brutgebiete und Rückzugsräume dar. Die Anpflanzung von Hecken und Gehölzen als Schutzräume für Vögel, der Verzicht auf Chemie in Gärten, mehr Wildheit…
Ohne Wildheit in der Natur kommt die schaurig-sterile Folge mit leisen Schritten, und das wollen wir alle mit Sicherheit nicht erleben. Seien wir also wild und sorgen wir lokal für Wildheit, jetzt!